Coaching ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Beratungsmethoden für verschiedene Ziele, Personen und Gruppen.

Der Begriff Coach wurde bereits im 19. Jahrhundert an Universitäten im angloamerikanischen Raum für Personen verwendet, die Studenten auf Prüfungen und sportliche Wettbewerbe vorbereitet haben. Populär wurde das Coaching erst durch seine Bedeutung im Hochleistungssport.

 

In den 1970-er Jahren wurde das Coaching in den USA als entwicklungsorientiertes Führen von Mitarbeitern durch den Vorgesetzten aus dem Sportbereich als Business-Coaching in Organisationen transferiert.

Der Begriff wurde ins Management übertragen, um den dortigen Ausbildungs- bzw. Trainingsmethoden eine neue Bedeutung zu geben. Die Intention war es, den Aspekt des empathischen "Sparrings" und der "Wegbegleitung" zu verdeutlichen.

Coaching ist ein geplanter Prozess, der sich über mehrere Stunden und Sitzungen erstreckt und eine Gesamtdauer von einigen Monaten bis mehreren Jahren umfassen kann.

Definition

Das Wort "Coach" kommt ursprünglich aus dem Englischen und bedeutet Kutsche. Später wurde es mit dem Kutscher in Verbindung gebracht, der die Pferde leitet, bewegt, betreut und ihnen den Weg weist. In der Regel gibt nicht der Coach das Ziel vor, sondern der Klient bzw. der Fahrgast. Ein ortskundiger Kutscher kann bei einer wagemutigen Zielvorgabe inspirierende Vorschläge geben.

Ein erster wichtiger Aspekt ist, dass Coaching interaktiv und personenzentriert ist. Das Coaching findet zwischen einem Coach und einem Klienten, oft auch Coachee genannt, statt. Dabei arbeiten diese beiden intensiv zusammen. Der Coach ist eine Art Prozessbegleiter. Er kommt nicht mit einem fertigen Lösungskoffer daher, wie das oft Berater machen (und das ist auch ihre Aufgabe – sie werden dafür bezahlt, dass sie Ratschläge erteilen und Lösungen parat haben). Der Coach hält sich eher zurück mit inhaltlichen Aussagen. Er hilft den Klienten dabei, die für sie passenden Lösungen zu finden. Coaching findet freiwillig statt und erfordert eine gute und vertrauensvolle Beziehung zwischen Coach und Klient.

 

Ein Coach richtet sich an den individuellen Bedürfnissen des Coachees aus. In der Regel wird vorher in einem Auftragsklärungsgespräch mit dem Coachee ausführlich darüber gesprochen, was die Ziele sind und wie der Coach ihn dabei unterstützen und begleiten kann, diese auch zu erreichen. Ein wenig erinnert diese Rolle auch an den Moderator bei einer Gruppenveranstaltung. Während der Trainer seine Inhalte verkündet, bringt der Moderator auf der Prozessebene Vorschläge für das weitere Vorgehen. Er hat die Uhr und die Ziele für die anderen im Auge.

 

Coaching wird auch mit den Begriffen Management-, Karrierecoaching oder Business Coaching assoziiert, die anderen verbinden es mit Life Coaching, Personal-Coaching, Lebensberatung oder mit Rhetorik- oder Kommunikationstraining. Schon ein kurzes Brainstorming zu dem Begriff "Coaching" macht die Komplexität und Vielfältigkeit deutlich, d.h. man muss sich erst durch ein weites Feld kämpfen, um zu verstehen was Coaching alles beinhaltet und was man erwarten sollte, wenn man sich coachen lassen möchte. Coaching entpuppt sich also als Oberbegriff für ein großes Marktsegment.

 

Auf dem Markt gibt es ein großes exotisches Sortiment, das häufig die Sicht auf die seriösen Angebote versperrt. Denn der Begriff und seine Verwendung sind in Deutschland leider nicht geschützt. So groß wie das Marktangebot ist, ebenso viele Definitionen existieren zum Begriff Coaching. Die menschliche Psyche ist ein äußerst komplexes Gebiet und eben deshalb gib es massenhaft Definitionen und Sichtweisen auf das Coaching, denn bei jedem Menschen sind die Wahrnehmungskanäle anders ausgerichtet und jeder Mensch braucht eine andere Vorgehensweise, um etwas im seinem Leben zu verändern.

Was kann Coaching alles sein?

  • Coaching richtet sich im Gegensatz zur Psychotherapie an gesunde Menschen, die nicht als Patienten, sondern als Klienten (oder Coachee) bezeichnet werden und gleichwertig zum Coach behandelt werden.
  • Es geschieht alles auf freiwilliger Ebene unter vier Augen und ist selbstverantwortlich.
  • Der Coach begleitet und unterstützt seine Klienten mithilfe von bestimmten Fragetechniken bzw. mit verschiedenen Methoden, um Probleme, Ziele, Visionen und Ressourcen aufzudecken und zu klären, seien sie nun beruflicher oder persönlicher Natur.
  • Unterschiedliche Verhaltensebenen, verschiedene Rollenanforderungen, Lebensreiche, Prioritäten, Wahrnehmungs- oder Gedankenverzerrungen werden verdeutlicht und hinterfragt, um die Ziele des Klienten zu konkretisieren und mithilfe des Coachs neue Vorgehensweisen, Verhaltensmuster ausfindig zu machen und zu erproben.
  • Coaching basiert auftragsgebunden auf den verschiedenen Ebenen des Verhaltens, der Fähigkeiten, der Talente, des Wissens, des Glaubens, der Wertvorstellungen, der Persönlichkeit, der soziologischen Rollen und Systemzugehörigkeiten, der Sinnfindung oder der Glaubenszugehörigkeit. Im Folgenden sind einige Definitionen von Coaching-Profis aneinander gereiht und kommentarlos aufgelistet.

Was macht man bei einem Coaching?

Coaching bedeutet "Hilfe zur Selbsthilfe" zu geben und durch gezielte Fragen den Kunden selbst auf die für ihn passende Lösungen zu bringen. Durch diesen Ansatz ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Kunde auch den eigenen Weg geht. Die Bedürfnisse sind von Klient zu Klient unterschiedlich. Manchmal ist es wichtig ihm zuzuhören, manchmal benötigt er Impulse, Ratschläge und Tipps, die ihn näher zu seinem Ziel führen. Der Coach wählt aus seiner "Werkzeugkiste" die passenden Techniken und Strategien aus und konfrontiert den Klienten damit

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Der Begriff "Coach" ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt und daher sind keine gesetzlichen Anforderungen an die Führung dieser Bezeichnung geknüpft. Jeder kann sich "Coach" nennen, eine Vielzahl von Coachingtätigkeiten erbringen und sich weiterbilden. Dementsprechend zahlreich sind auch die unterschiedlichen Coaching-Angebote auf dem Markt. Was in einem Coaching gemacht wird, hängt ganz davon ab, welche Probleme behandelt werden sollen.

 

Bei der Einordnung der Tätigkeiten als Coach lässt sich auf schon bestehende gesetzliche Bestimmungen, zum Beispiel das Psychotherapeutengesetz und das Heilpraktikergesetz, zurückgreifen. Daraus lässt sich ableiten, welche Trainingsinhalte ein Coach anbieten darf. Der Klient sollte sich immer genau überlegen, welche Ziele er anstrebt und welche Methoden und Behandlungen er bevorzugt.

Grundsätzlich gilt: Coaching zielt auf die Verbesserung der Lebensqualität und auf die Steigerung der vorhandenen Potenziale ab.

Wer kann alles an einem Coaching teilnehmen?

Die Zielgruppe für Coaching ist ebenso facettenreich, wie dessen thematischen Schwerpunkte. Alle Menschen, egal welches Alter, können ein Coaching beanspruchen, falls sie die ernsthafte Absicht haben, etwas in ihrem Leben zu verändern.

Denn fehlt der Wille, so kann sich auch kein Erfolg einstellen bzw. auch kein Anreiz zu Veränderung. Coachings erweisen sich auch hilfreich, um Probleme nicht zu einer ernsthaften Lebenskrise ausarten zu lassen. Psychischen Problemen kann so aus dem Weg gegangen werden, in dem man sein Verhalten, seine Denkmuster, seine Ziele und Glaubenssätze hinterfragt.

Wo wird Coaching eingesetzt?

Ein Grundziel des Coachings ist die Hilfe zur Selbsthilfe, die Förderung von Verantwortung, Bewusstsein und ein besseres Selbstreflexionsvermögen. Der Coach fungiert hierbei als neutraler Feedbackgeber, der die bereits im Klienten vorhandenen Lösungswege erkennt und bewusst macht. Allerdings muss diese vage Grundtendenz spätestens zu Beginn des Coachings konkretisiert werden.

 

Liegt doch die wesentliche Voraussetzung für erfolgreiches Coaching in einer exakten Problem- und/oder Zielbestimmung. Diese Entscheidung zu treffen ist Aufgabe des Coachee, der zu Beginn der Coaching-Maßnahme gegebenenfalls mit der Hilfe des Coachs ein Problem formuliert, von dem er sich lösen, oder ein Ziel benennt, an dem er arbeiten möchte. So kann eine Methode und deren Effektivität niemals alleine den Erfolg eines Coachings garantieren, sondern immer nur im Kontext mit der Problemsituation bzw. mit den angestrebten Zielen.

 

Über dem beruflichen Erfolg steht der Erfolg im Leben und dieser kann nur dann verwirklicht werden, wenn das Coaching auf andere Lebensbereiche ausgeweitet wird. Ein Coach wird auch von Privatpersonen aufgesucht, die sich mehr Zufriedenheit über ihre Gesundheit, Finanzen oder Partnerschaft wünschen oder bei persönlichen Themen und bei ihrer Selbstverwirklichung Hilfe benötigen.

Wann ist ein Coaching sinnvoll?

Ob ein erfolgreicher Manager vor neuen Herausforderungen, ein Ehepaar in einer lang anhaltenden Krise oder ein junger Mann, der mit seinem Selbstbewusstsein Schwierigkeiten hat – es ist immer hilfreich über die eigenen Ziele zu sprechen. Dabei gilt es herauszufinden, welcher Weg der Richtige ist. Wie hilfreich kann ein Coaching sein? Oder kommt nicht doch eher eine Therapie infrage? Beides hat mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun und in beiden Fällen wird der Klient von einem Coach bzw. Therapeuten begleitet. Ein vertrauensvolles und persönliches Verhältnis zwischen beiden Personen ist ausschlaggebend für den Erfolg! Auch wenn die Suche nach dem richtigen Ansprechpartner mal etwas länger gehen kann, ist das kein Grund zur Entmutigung.

 

Ein Coaching ist möglichst ziel- und lösungsorientiert. Ursachen und Hintergründe werden zwar auch durchleuchtet, doch der Fokus liegt stets auf der Persönlichkeitsentwicklung des Klienten. Ob ein Coaching die richtige Lösung eines Problems ist, hängt davon ab, welche Herausforderungen vorhanden sind und wie genau damit umgegangen werden soll. Steht das Bewusstsein im Vordergrund, an einer Stelle des Lebens nicht alleine weiterzukommen oder mit einer beratenden Person sprechen zu wollen, ist ein Coaching sicherlich eine gute Lösung. Der Prozess kann sich über mehrere Stunden und Sitzungen erstrecken und eine Gesamtdauer von einigen Monaten bis mehreren Jahren umfassen. Tatsächlich kann ein Coaching in allen möglichen Krisensituationen helfen.

 

Wichtig dabei ist nur, dass der Coach ein vertrauensvoller Ansprechpartner ist und dass der Wille im Vordergrund steht, aktiv etwas im Leben verändern zu wollen. Ein Coaching schafft Ausgleich, stärkt das Selbstbewusstsein und erleichtert die Entscheidungsfindung. "Kleine Veränderung mit großer Wirkung" lautet das Motto. Nicht die Dauer des Coachings ist letztendlich entscheidend für Veränderung. Manchmal reichen eine Frage und wenige Impulse aus, um die Blockaden des Klienten zu lösen.

Coaching – ja oder nein?

 

  • Was ist Dein Anliegen? Wo befindest Du Dich gerade?
  • Wo möchtest Du hin? Was ist Dein Ziel?
  • Wie sollte Deine Vertrauensperson im optimalen Fall sein?
  • Mit welchen Methoden würdest Du gerne arbeiten?
  • Kannst Du Dir vorstellen wiederholt und über einen längeren Zeitraum Coachings in Anspruch zu nehmen?
  • Woran machst Du fest, dass es Dir geholfen hat? Was brauchst Du für die Erreichung deines Ziels?